KBV: Einnahmenorientiertes Leistungsangebot — was Praxen künftig noch vergütet bekommen
Die KBV hat mit den KVen berechnet, wie Kürzungen im ambulanten Bereich auf Fallzahlen wirken. Kurz erklärt: Broschüre, Durchschnittswerte und was das für Psychotherapeut:innen bedeutet.

Felippe Wick
IT-Experte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in den PraxisNachrichten vom 13.05.2026 auf eine zentrale Frage geantwortet: Wenn im ambulanten Bereich weniger Budget zur Verfügung steht — wie viele Behandlungsfälle können Praxen dann überhaupt noch finanziert leisten? Für Psychotherapeut:innen ist das keine abstrakte Haushaltsfrage, sondern direkt mit Kapazität, Wartelisten und Planbarkeit verknüpft. Der folgende Text fasst die Meldung zusammen und ordnet sie für die Praxis ein.
Hintergrund: Kürzungen und „einnahmenorientiertes“ Leistungsangebot
Laut KBV plant die Bundesregierung, die Gelder für den ambulanten Bereich im kommenden Jahr um rund 2,7 Milliarden Euro zu kürzen. Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen hat die KBV berechnet, welche Folgen das für die Fallzahlen hat. Ergebnis in der Meldung: Im kommenden Jahr seien demnach insgesamt rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert.
In der Broschüre „Einnahmenorientiertes Leistungsangebot“ sind für jede Fachgruppe die durchschnittlichen Fallzahlen je Arzt und Quartal ausgewiesen — sowohl das, was bisher geleistet wurde, als auch das, was künftig noch bezahlt werde. Je nach Fachgruppe zeige sich ein Minus von bis zu 23 Prozent. Zusätzlich können Ärztinnen und Ärzte laut KBV sehen, wie viele Patient:innen sie im Durchschnitt behandeln müssten, wenn sie nur die geforderten Mindestsprechstunden für GKV-Versicherte leisten würden — die Daten gibt es bundesweit und pro KV-Region.
Was die Zahlen für die Einzelpraxis bedeuten (und was nicht)
Die KBV betont ausdrücklich: Es handelt sich um Durchschnittswerte der jeweiligen Fachgruppe, nicht um eine Prognose für Ihre konkrete Praxis. Ihre Fallzahlen können höher oder niedriger liegen. Auch die Angaben zu den 25 Sprechstunden pro Woche sind Richtwerte — sie sollen der Politik die Größenordnung möglicher Auswirkungen verdeutlichen.
Für Psychotherapeut:innen heißt das in der Praxis: Planungssicherheit wird schwieriger, solange politische Rahmen und Honorarverteilung in Bewegung sind. Gleichzeitig lohnt es sich, die KV-spezifischen Übersichten der KBV zu nutzen, um das Umfeld Ihrer Fachgruppe einzuordnen — nicht als persönliches Budget, aber als Orientierung für Diskussionen in der Praxis, in Berufsgruppen und gegenüber Patient:innen.
Zitat Gassen: „Keine Leistung ohne Vergütung“
KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen wird mit den Worten zitiert, die Zahlen verdeutlichten, was Praxen heute leisten und ab wann diese Versorgung nicht mehr finanziert werde. An die Ärzte- und Psychotherapeutenschaft gerichtet betonte er: Wenn die GKV nur noch ausgebe, was sie eingenommen habe, gelte das auch für Praxen — im Umkehrschluss: „Keine Leistung ohne Vergütung“.
Auf der KBV-Vertreterversammlung in Hannover verwies Gassen zudem auf die Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes für die ambulante Versorgung und darauf, dass es keine Leistungen jenseits des Budgets geben werde. Die KVen würden gemäß gesetzlicher Vorgaben Regelungen zur Honorarverteilung treffen, die Vertragsärztinnen und -psychotherapeut:innen bei der Einhaltung des Versorgungsauftrags unterstützen und Kalkulationssicherheit ermöglichen sollen.
Praktische Schritte für Ihre Praxis
- Quelle lesen: Broschüre und Übersichten auf der KBV-Website öffnen und die Auswertung für Ihre Fachgruppe und Region ansehen.
- Intern klären: Wie stark sind Sie von Durchschnittsfallzahlen entfernt? Wo liegen Ihre Engpässe (Warteliste, Gruppen, Akutfälle)?
- Kommunikation: Bei sachlicher Aufklärung von Patient:innen helfen klare Formulierungen — ohne Panikmache, aber mit Transparenz zu Rahmenbedingungen.
FAQ
Ist meine Praxis automatisch von den Prozentangaben betroffen?
Nein. Die KBV weist darauf hin, dass es sich um Fachgruppendurchschnitte handelt; die Einzelpraxis kann davon abweichen.
Wo finde ich die Originalmeldung und Materialien?
Siehe Originalquelle und Hinweis am Ende dieses Artikels.
Hat das etwas mit PTV3 oder Gutachterverfahren zu tun?
Nur indirekt: Wenn Rahmenbedingungen der Versorgung enger werden, steigt der Druck auf effiziente, belastbare Dokumentation — etwa bei PTV3-Berichten und der Zusammenarbeit mit Gutachter:innen.
Kurzfassung
Die KBV quantifiziert mit der Broschüre „Einnahmenorientiertes Leistungsangebot“, welche Behandlungsfallzahlen nach aktueller Planung noch im Budget liegen — differenziert nach Fachgruppe und KV. Für Psychotherapeut:innen ist das ein Politik- und Planungssignal; die Einordnung der eigenen Praxis bleibt individuell.
Originalquelle und Hinweis
Originalquelle: Einnahmenorientiertes Leistungsangebot: Wie viele Behandlungsfälle Praxen künftig noch bezahlt bekommen (KBV PraxisNachrichten) Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine offizielle Verlautbarung der KBV. Maßgeblich sind die Angaben und Dokumente auf kbv.de.Tags:
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